
Nicht-/Engagement zur Bearbeitung Sozialer Determinanten von Gesundheit in multidiversen Nachbarschaften: reale Hürden und dominanzkulturelle Wahrnehmung
In diesem Lehrforschungsprojekt setzen wir uns mit Fragen von Engagement, Nicht-Engagement und nicht anerkanntem Engagement auseinander.
Hintergrund und Fragestellung
Gemeinwesenarbeit „richtet sich ganzheitlich auf die Lebenszusammenhänge von Menschen. Ziel ist die Verbesserung von materiellen [...], infrastrukturellen [...] und immateriellen [...] Bedingungen unter maßgeblicher Einbeziehung der Betroffenen. GWA integriert die Bearbeitung individueller und struktureller Aspekte in sozialräumlicher Perspektive.“ (Stövesand und Stoik 2013, S. 23) Allerdings zeigt die Engagementforschung, dass die Aktivierung armutsbetroffener Menschen besonders schwierig ist, was für Ansätze von Gemeinwesenarbeit und Verhältnisprävention im Setting von zentraler Bedeutung ist. Hier können multiple Hürden für real nicht geleistetes Engagement ebenso eine Rolle spielen, wie mangelnde Ressourcen aufgrund umfangreich geleistetem, jedoch aus dem Engagementverständnis der Mehrheitsgesellschaft ausgeklammerten nahräumlichen und transnationalen Engagement.
Das Lehrforschungsprojekt möchte in einer doppelten Perspektive den Ursachen und dem Zusammenspiel von Nicht-Engagement und nicht (an)erkannten Engagementpraxen nachgehen.
Methodische Vorgehensweise
Als innovative Verbindung von Lehre im Bachelor Soziale Arbeit und Community-Forschung kreiert es einen dezentralisierten und kollaborativen Forschungs- und Bildungsraum, in welchem Studierende und Stadtteilforscher*innen gemeinsam und interaktiv forschen und lernen.
Literaturgestützt sowie auf der Grundlage vorheriger Forschungsprojekte im Kontext des Community Health Labor Veddel, erarbeitet sich die Gruppe Grundlagen zu Gemeinwesenarbeit sowie zu Fragen von (invisibilisiertem) Engagement und Nicht-Engagement und entwickeln in einem kollaborativen Prozess konkrete Fragestellungen und einen Interview-Leitfaden.
Die Studierenden und Stadtteilforscher*innen erhalten eine Schulung zu qualitativer Interviewführung und Grundlagen qualitativer Sozialforschung. Sie führen auf dieser Grundlage eine kleine Erhebung, mittels qualitativer Interviews, durch. Einegemeinsame erste Auswertung und Interpretation der Daten findet erneut in der Gesamtgruppe statt und eröffnet den Raum eines forschenden Lernens.
Ausblick
Abschließend sollen, auf Grundlage der Ergebnisse, Ideen für Interventionen und konzeptionelle Bearbeitungsweisen gemeinsam mit lokalen Institutionenvertreter*innen erörtert werden.
Das Projekt wurde gefördert durch: